Ein Plättli ist keine Kleinigkeit für den Gaumen. Rohschinken, Saucisson, Terrine, Rillettes: das ist Fett, das ist Salz, und oft kommt noch eine Prise Räucheraroma dazu. Dein Mund braucht nach jedem Bissen etwas, das aufräumt und den nächsten Biss wieder spannend macht.
Genau das ist die Aufgabe des Weins. Er muss Säure mitbringen, um das Fett zu schneiden, und genug Frucht, um dem Salz nicht unterzugehen. Zu viel Tannin oder zu viel Holz wirken neben Wurstwaren schnell bitter oder trocken im Mund. Was funktioniert, ist Frische, ein bisschen Pfeffer, klare Frucht.
Deshalb tut sich beim Plättli oft ein Rosé oder ein leichter, spritziger Weisser leichter als ein schwerer Rotwein. Aber es gibt auch rote Weine mit dem richtigen Bau, gerade wenn feinere Stücke wie Coppa oder ein gereifter Rohschinken dazukommen. Wir zeigen dir fünf Flaschen, die alle einen anderen Winkel des Bretts abdecken.
Die perfekte WahlDer Rosé, der genau dafür gemacht scheint
Stell dir das Brett vor dir vor, Saucisson, Rohschinken, ein Stück Terrine, und daneben ein Glas mit dieser leuchtenden Beerenfarbe. Der Rosé de Gamay von Les Frères Dutruy aus der Waadtländer Côte hat genau die Säure, die es hier braucht: sie schneidet durch das Fett vom Rohschinken und wäscht das Salz der Terrine wieder weg, bevor der nächste Bissen kommt.
Die rote Beerenfrucht, Erdbeere, ein Hauch Kirsche, bleibt dabei nie schwer. Das ist kein Wein, der sich in den Vordergrund drängt, sondern einer, der zwischen den Häppchen für Ordnung sorgt und dich immer wieder Lust auf den nächsten Bissen macht.
Ebenfalls sehr gutFür alle, die beim Plättli lieber Weisswein trinken
Der Aligoté von Domaine des Curiades aus Genf ist die Antwort für alle, die zum Plättli keinen Rotwein und auch keinen Rosé wollen, sondern etwas Weisses mit Biss. Die Zitrusnote und die leicht salzige Textur heben fette Sachen wie Rillettes und Pâté an, ohne dass der Wein selbst schwer wirkt.
Gerade bei den fettesten Elementen auf dem Brett, den Streichpasteten, macht sich diese Frische bezahlt. Der Wein bleibt schlank, während er trotzdem genug Kontur hat, um neben Salz und Fett nicht zu verschwinden.
Ebenfalls sehr gutRoter Wein, der sich vom Rauch nicht einschüchtern lässt
Wer partout Rotwein will, aber Angst hat, dass Tannin und geräucherte Wurst sich nicht vertragen, findet im Polisson von Domaine La Colombe die Lösung. Die Mischung aus Divico, Garanoir und Pinot noir ergibt etwas Würziges und Saftiges mit weichen Tanninen, das eher mitgeht als dagegenhält.
Bei rauchigen, salzigen Stücken wie geräuchertem Speck oder würzigem Landjäger zeigt sich das besonders gut. Der Wein bleibt schweizerisch unkompliziert und passt sich dem Brett an, statt es zu dominieren.
Ebenfalls sehr gutEtwas mehr Tiefe für die kräftigeren Stücke am Tisch
Sobald Coppa, luftgetrocknete Salami oder andere kräftigere Wurstwaren auf dem Brett liegen, lohnt sich ein Wein mit etwas mehr Rückgrat. Der Fleurie Clos de l'Amandier von Domaine Grégoire Hoppenot aus dem Beaujolais bringt dunkle Kirsche und eine feinere Struktur mit, ohne die seidige Leichtigkeit der Gamay-Traube zu verlieren.
Das Salz der reiferen Wurstwaren findet hier einen Gegenpart, der nicht zu leicht und nicht zu schwer ist. Genau in dieser Mitte liegt seine Stärke, wenn das Plättli etwas rustikaler wird.
Wenn du richtig auftischen willstWenn aus dem Zvieri eine kleine Degustation wird
Manchmal ist das Plättli kein schnelles Znacht, sondern der Auftakt zu einem gemütlichen Abend, mit Foie-gras-Terrine, gereiftem Rohschinken und Zeit zum Reden. Für diesen Moment lohnt sich der Auxey-Duresses Les Rondières von Le Vignoble de Pauline aus dem Burgund. Sein feines Tannin und die Mischung aus Kirsche und einer erdigen Tiefe geben den feineren Stücken auf dem Brett einen ebenbürtigen Partner.
Die extra Flasche kauft dir hier keinen Luxus um des Luxus willen, sondern eine zusätzliche Ebene im Glas, die mit der Komplexität von Foie gras und gereiftem Schinken mithält. Am Ende sitzt du länger am Tisch, weil beides, Wein und Brett, mehr zu erzählen hat.
Wir hoffen, du hast in unserer Auswahl die Flasche für dein Plättli gefunden. Ein solches Brett kommt auf den Tisch, wenn Freunde vorbeischauen, der Samstagnachmittag sich zieht oder eine ganze Familie um den Tisch sitzt und niemand auf die Uhr schaut. Genau für solche Momente lohnt sich der Gang in den Keller nach der richtigen Flasche. Zeig uns auf Social Media, welche es bei dir geworden ist, und markiere uns.
Häufige Fragen
Passt zum Plättli eher Rot- oder Weisswein?
Beides funktioniert, aber die Regel ist Frische statt Gewicht. Ein knackiger Weisser wie ein Aligoté oder ein fruchtiger Rosé schneidet durch das Fett von Rillettes und Pâté, während ein leichter, wenig tanninhaltiger Rotwein wie ein Gamay oder eine Schweizer Cuvée mit den würzigeren Wurstwaren mitgeht, ohne bitter zu wirken.
Welche Rebsorte harmoniert am besten mit Rohschinken und Trockenfleisch?
Gamay ist hier fast unschlagbar, egal ob als Rosé aus dem Waadtland oder als roter Fleurie aus dem Beaujolais. Die Sorte bringt rote Beerenfrucht und wenig Tannin mit, genau das, was salziges Trockenfleisch braucht, um nicht zu dominieren.
Was, wenn am Tisch jemand unbedingt Rotwein will, aber es nicht schwer sein soll?
Ein Blend wie der Polisson aus Divico, Garanoir und Pinot noir ist dafür gemacht. Er ist würzig und saftig, aber die Tannine sind sanft genug, dass er neben Salz und Rauch nicht kämpft, sondern mitspielt.
Braucht ein Plättli mit feineren Stücken wie Foie-gras-Terrine oder gereiftem Rohschinken einen anderen Wein?
Ja, sobald die Wurstwaren komplexer werden, lohnt sich ein Wein mit mehr Tiefe, etwa ein Pinot Noir aus dem Burgund. Die feine Erdnote und das seidige Tannin heben ein einfaches Zvieri auf das Niveau einer richtigen Degustation.
Kann man zum Plättli auch etwas Prickelndes servieren?
Ein Schaumwein ist bei einem Plättli nicht falsch, gehört aber nicht zu unserer Auswahl hier. Wenn du bei stillem Wein bleiben willst, gibt dir der Aligoté aus Genf mit seiner zitrusartigen Frische ein ganz ähnliches Erfrischungsgefühl im Mund.
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